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#we_do! arbeitet nach den Prinzipien von Protect and Prevent und hat für die eigene Arbeit einen Full-Circle-Approach entwickelt.
Die Einzelfallberatung ist ein zentrales Herzstück unserer Arbeit. Gleichzeitig zeigt die Praxis deutlich, dass es sich bei Vorfällen selten um isolierte Einzelfälle handelt. Erfahrungen aus der Beratung weisen häufig auf strukturelle Risiken und wiederkehrende Muster hin.
Deshalb setzt #we_do! neben der Unterstützung betroffener Personen ebenso auf strukturelle Prävention – etwa durch Mindeststandards (z.B. für Vertrauenspersonen), Schulungen und ein Mitarbeiter*innenschutzkonzept für Film und Fernsehen.
Mit dem partizipativ erarbeiteten Workbook MA*-Schutzkonzept stellt #we_do! ein praxisnahes Instrument für Organisationen und Produktionen zur Verfügung, um sich systematisch mit Mitarbeiter*innenschutz, Prävention und organisationaler Verantwortung auseinanderzusetzen.
Das Schutzkonzept wurde gemeinsam mit Vertreter*innen der Filmbranche entwickelt und nicht von außen vorgegeben. In mehreren moderierten Fokusgruppen arbeiteten Personen aus Produktion, künstlerischer Praxis und Gewaltschutz zusammen, um ein Modell zu entwickeln, das die realen Arbeitsbedingungen der Branche berücksichtigt.
Viele Schutzkonzepte scheitern daran, dass sie zu komplex sind. Das Workbook MA*-Schutzkonzept setzt daher bewusst auf einen praxisnahen Ansatz, der für unterschiedliche Produktionsgrößen geeignet ist und Organisationen dabei unterstützt, Schutzstrukturen schrittweise umzusetzen.
Das Konzept schafft keine neuen Verpflichtungen, sondern hilft dabei, bestehende Anforderungen verständlich zu bündeln, Zuständigkeiten zu klären und Orientierung im Umgang mit schwierigen Situationen zu geben. Mitarbeiter*innenschutz wird damit als Teil professioneller Organisationsentwicklung verstanden.
Wirksamer Mitarbeiter*innenschutz beginnt lange bevor ein Vorfall passiert. Dazu gehören präventive Maßnahmen, klare Meldewege, transparente Verfahren und Unterstützung für betroffene Personen.
Das MA*-Schutzkonzept versteht sich nicht nur als Instrument für einzelne Organisationen, sondern als Beitrag zu einem langfristigen Kulturwandel in der Film- und Fernsehbranche – hin zu Arbeitsbedingungen, in denen Respekt, Verantwortung und sichere Zusammenarbeit selbstverständlich sind.
Das Angebot rund um das MA*-Schutzkonzept verbindet drei Elemente:
Das Konzept steht frei zum Download zur Verfügung und enthält unter anderem:
Es erläutert außerdem den Zusammenhang zwischen Schutzstrukturen, organisationaler Verantwortung und rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem Arbeitnehmer*innenschutzgesetz (ASchG).
Downloads:
→ Workbook MA*-Schutzkonzept
→ Anhang IA – Szenarien
→ Anhang IB – Zuständigkeiten
→ Anhang II Risiko-Maßnahmen-Matrix
→ Anhang III Interventionskette
→ Anhang IV Evaluation
→ Anhang V Verweise
Ein interaktiver Selbst-Check hilft Organisationen einzuschätzen, wo sie aktuell stehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sein können.
Organisationen können bei Bedarf weitere Unterstützung durch #we_do! in Anspruch nehmen, etwa durch:
→ Anfrage unter: praevention@ombudsstellefilm.com
#we_do! – Ombudsstelle Film & Fernsehen versteht sich als Ort für Betroffenenbegleitung, Prävention und Mitarbeiter*innenschutz.
Die Arbeit verbindet:
Der Fokus liegt auf umsetzbaren Schutzstrukturen, die im Arbeitsalltag tatsächlich funktionieren.
Durch unsere Arbeit in der Branche und in unterschiedlichen Präventionsprojekten haben wir zudem ein breites Netzwerk an Expert*innen und spezialisierten Organisationen aufgebaut. Wenn es sinnvoll oder erforderlich ist, können wir Organisationen daher auch gezielt an qualifizierte Stellen und Fachorganisationen weiterverweisen.
Das vorliegende Workbook Mitarbeiter*innenschutzkonzept wurde im Herbst 2025 partizipativ mit Vertreter*innen aus der Filmbranche erarbeitet und gezielt auf die Bedingungen und Herausforderungen der österreichischen Filmbranche abgestimmt. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung eines rechtlich fundierten, praxisnahen und tatsächlich umsetzbaren Konzepts mit realer Schutzwirkung, bewusst jenseits von Symbolpolitik und mit dem starken Fokus auf Mitarbeiter*innenschutz vor Diskriminierung, Belästigung und Gewalt und der Schaffung von Mindeststandards.
Mit diesem Ansatz übernimmt die österreichische Filmbranche eine Vorreiter*innenrolle und setzt auf ressourcenschonende, wirksame Schutzmaßnahmen mit langfristigem Effekt.
Die Erarbeitung erfolgte im Rahmen von vier moderierten Fokusgruppen, die den Kern des Entwicklungsprozesses bildeten. Die Fokusgruppen wurden von Vertreterinnen der #we_do! Ombudsstelle Film und Fernsehen geleitet und über alle Termine hinweg in gleichbleibender, interdisziplinärer Besetzung durchgeführt: eine leitende Person (Produktion/Institution), eine Person aus der Produktion, eine künstlerisch tätige Person sowie eine Expertin aus dem Gewaltschutz. Dadurch flossen künstlerische, strukturelle und schutzrelevante Perspektiven gleichwertig in das Konzept ein.
Jede Fokusgruppe bearbeitete dabei folgende inhaltliche Blickwinkel:
Unabhängig vom jeweiligen Themenschwerpunkt beantworteten alle Fokusgruppen dieselben drei übergeordneten Leitfragen:
Die Ergebnisse aller Fokusgruppen wurden sorgfältig dokumentiert und bildeten die Grundlage für dieses Workbook, das im März 2026 als branchenweit einsetzbares Workbook veröffentlicht wurde. Ziel war die Entwicklung eines Werkzeugs, das nicht nur den rechtlichen Anforderungen entsprach, sondern aktiv zur Verbesserung der Arbeitskultur und zum Schutz der Mitarbeiter*innen im österreichischen Film beitrug.